Badminton: TuS Geretsried steigt in die 2. Bundesliga Süd auf

Die Reise nach Leipzig zu dem Aufstiegsspiel zur 2. Bundesliga Süd war sehr individuell geplant. Drei Abfahrtzeiten, drei Fahrzeuge. Am Samstag, um Punkt 11 Uhr, waren alle Spieler zusammen in der Halle des HSG DHfK Leipzig angekommen. Bereit ihren sportlichen Höhepunkt in dieser Saison zu erklimmen.

Die kleine Badmintonhalle in Leipzig strahlte nicht nur eine familiäre Atmosphäre aus, sondern war mit 160 begeisterungsfähigen Badmintonfans randvoll gefüllt. Die 2:0-Führung nach den Herrendoppeln für Leipzig sorgte für ohrenbetäubenden Lärm. Das zweite Herrendoppel mit Allan Tai und Basti Keller hatte den ersten Satz zwar dominiert und klar gewonnen. „Dann kam ein Bruch. Der Konzentrationsfluss war wie abgeschnitten. Viel verstehen konnte man beim Coaching sowieso nicht. Zum ersten Mal sah ich einen Geretsrieder Trainer mit Ohrstöpseln“, bemerkte Kapitän Keller. Den Leipzigern fehlte es an nichts: taktisch, konditionell, willenskräftig waren sie ebenbürtig. Aber die Aufstellung hätte strategischer sein können. So setzten sie ihre stärkste Spielerin, Laura Adam, im Einzel ein. Da stand sie auf verlorenem Posten gegen die Deutsche Jugendmeisterin, Ann-Kathrin Spöri. Und im Doppel fehlte sie den Leipzigern. So änderte sich der Spielstand schnell: Damendoppel, Dameneinzel und das 1. Herreneinzel, von Allan Tai, ging an Geretsried deutlich in jeweils nur zwei Sätzen. 3:2 für Geretsried vor dem Gemischten Doppel mit Sarka Meier und Basti Keller sowie dem Einzel von Noah Gnalian. Beide Spiele starten gleichzeitig. Im ersten Satz tunkte Noah den Ball gefühlvoll in der Verlängerung am Netz zum 22:20 ein. Das Mixed behielt auch mit 21:16 den Erfolgskurs bei. Das Mixed war dann schneller mit der Badmintonarbeit fertig als die Einzelspieler. Meier/Kellers 21:19-Erfolg im zweiten Satz ließ das Publikum abrupt verstummen und auch der Mut von Noahs Gegner war merklich gesunken. Noah wiederholte das Ergebnis vom ersten Satz und holt Punkt fünf. So konnte Samu Gnalian beim Spielstand von 5:2 druckfrei aufspielen. Und wie er das tat er. “Das war mein spektakulärstes, bestes Badminton“, freute sich Samu. Mit 23:21 im Entscheidungssatz ging jedoch der Punkt an Pit Hofmann, der in der Liga alle seine Spiele gewonnen hat. Endstand 5:3. Dieser Spielstand bedeutete für Leipzig im Rückspiel am nächsten Tag in Geretsried noch Hoffnungen. Doch die Geretsrieder waren am Sonntag noch entschlossener vor eigenem Publikum. 200 Zuschauer sahen in der Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Str. die 2:0-Führung der Geretsrieder nach den Herrendoppeln. Die erwartete Mannschaftsumstellung — Laura Adam spielte jetzt im Leipziger Damendoppel — zahlte sich aus. Sie und ihre Partnerin  führten gegen Ann-Kathrin Spöri und Michelle Deschle im zweiten Satz. In einem packenden Spielduell und mit sehr langen, schnellen Ballwechseln eroberten die Geretsriederinnen die Führung zurück und holten später Satz und Spiel zum 3:0. Es fehlte noch ein Punkt  zum Aufstieg und dieser Punkt wurde in einem Galaspiel vom 38-jährigen Allan Tai geholt. Dann gab es kein Halten mehr in der Halle. Helle Freude nach der Anspannung und ein paar Tränen der Erleichterung brachen über die vielen Badmintonakteure herein. Nach Abschluss der Spiele ging es dann mit allen Helfern zur Aufstiegsfeier.

Text und Foto: Uwe Eckhoff

Fotolegende: 1. Mannschaft mit Ersatzspielern. v.l.n.r. Allan Tai, Noah und Samu Gnalian, Basti Keller, Mona Künzer, Simi Pal, Philip Bußler, Michelle Deschle und Ann-Kathrin Spöri

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